Auf Tour in Sehnde: Schüler lernen Bereiche in der Pflege kennen

Wie sieht der Arbeitsalltag einer Pflegefachkraft aus? Wie ist es, wenn ein Patient stirbt? Worauf kommt es beim Füttern von Babys und Kleinkindern an? Und was hat ein Stressball in der Pflege zu suchen?

Beim Aktionstag „Vom Säugling bis zum Senior – Ausbildung in der Pflege“ am 29.09.2022 in Sehnde – Ilten konnten 24 Schüler einen vielfältigen Einblick in die Praxis bekommen. Auf einer fußläufigen Tour im Klinikum Wahrendorff hatten das Pflegeteam Sehnde, die DSG – Deutsche Seniorenstift Gesellschaft und das Klinikum Wahrendorff neben Infos zu Ausbildung und Praktikum vor allem spannende Aufgaben aus der Praxis vorbereitet. Nachdem Holger Stürmann – Geschäftsführung Klinikum Wahrendorff und Olaf Kruse – Bürgermeister Stadt Sehnde die Schüler begrüßt haben, ging es direkt los.

„Es ist lustig, mal bei wem anders Fieber zu messen als bei mir selbst“, sagte Kimberley Kropp lachend (Schülerin der Oberschule Berenbostel im 10. Jahrgang). Agnesa Komoni vom Pflegeteam Sehnde erklärte den Schülern ganz genau, worauf es beim Messen verschiedener Vitalwerte ankommt. Die Schüler konnten ihren Blutdruck, den Puls, Fieber, die Sauerstoffsättigung sowie ihren Blutzucker messen und im Nachgang fachmännisch beurteilen.

Die Azubis und Pflegefachkräfte der DSG – Deutsche Seniorenstift Gesellschaft haben verschiedene Hilfsmittel mitgebracht, anhand derer die Schüler am eigenen Körper erfahren konnten, wie es sich anfühlt, alt zu sein. „Es kribbelt und ist ganz so, als würde ich mit eingeschlafenen Händen etwas schreiben müssen“, erklärte Pascal Piasecki von der IGS Lehrte. Schuld daran waren sogenannte Tremorhandschuhe, die es ermöglichen, Symptome einer Parkinson-Erkrankung zu simulieren. In einem Lift, der in der Altenpflege genutzt wird, um Menschen beispielsweise von einem Bett in einen Rollstuhl zu heben, stellte Johannes Lange von der IGS Lehrte fest: „Da braucht man ein ganz schönes Vertrauen, wenn man selber nicht mehr stehen oder gehen kann.“

Einen Einblick in die psychiatrische Krankenpflege gaben Anke Bennack und Sarah Berkelmann vom Klinikum Wahrendorff. Ganz nebenbei bastelten sie mit den Schülern einen Stressball. „Eigentlich muss man ja nur Mehl in einen Luftballon einfüllen. Dabei muss man sich aber doch ganz schön konzentrieren“, erwähnte Radoslav Petrov von der IGS Lehrte. Und eben das war auch das Ziel der Übung, denn um das Thema Konzentration geht es auch oft im Arbeitsalltag mit psychisch kranken Menschen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Praxisanleitern, Azubis und allen Schülern stand das Thema „Kinderkrankenpflege“ auf dem Plan. Franziska Schwager von HelpNow24 erklärte dabei nicht nur, worauf es beim Anreichen von Essen bei kleinen Kindern ankommt. Es wurde sehr konkret und lustig, denn die Schüler sollten sich gegenseitig einen Joghurt anreichen. „Wenn die Person, die mich füttert, gar nicht bei der Sache ist, macht das echt keinen Spaß. Und außerdem will ich in meinem Tempo essen. Das ist wirklich nicht einfach.“, stellte Melina Matrogiacomo von der KGS Sehnde fest.

Mit dabei waren Schüler ab Jahrgang 9 aus Sehnde, Lehrte, Ronnenberg und Garbsen. „Ich will eigentlich Notfallsanitäter werden, habe aber heute auch viel mitgenommen und bin mir jetzt gar nicht mehr so sicher“, sagte Johannes Lange. „Ich habe bereits ein Praktikum in der Pflege gemacht und werde auch eine Ausbildung in dem Bereich anstreben“, erklärte Anna-Sophie Berkelmann.